10 Fragen an den Berater, bevor Sie diesen anheuern

Mit meinem heutigen Artikel möchte ich auf meine kleine Umfrage zurückkommen. In dieser hatte ich mehrere Unternehmensberatungsfirmen kontaktiert, um nicht nur Antworten auf meine Fragen, sondern auch etwas über deren Reaktionen herauszufinden. Hier der Link zum entsprechenden Artikel

Die Beratungsindustrie wird ihrem Ruf gerecht!

Wie Sie sehen können, war die Spannbreite an Antworten und Reaktionen sehr groß. Für Sie als Unternehmerin und Unternehmer bedeutet dies, dass Sie sich ausreichend Zeit bei der Suche nach dem Berater oder der Beraterin nehmen sollten. Verschaffen Sie sich ein hinreichendes Bild von der betreffenden Person. Denn letztlich, verfolgt jede Beratungsfirma ihr eigenes Interesse.

Sollten Sie sich am Ende der ersten Runde (Vorselektion) für zwei oder drei Firmen entschieden haben, mit denen Sie ein persönliches Gespräch führen möchten, dann möchte ich Ihnen mit den folgenden Fragen weiterhin beratend zur Seite stehen.

Dabei wurden die Fragen in persönliche und in fachliche Fragen aufgeteilt. Wie Sie anhand der Auflistung sehen können, beginne ich damit Fragen über die Person zu stellen. Dies ist für mich zunächst ausschlaggebend, denn wenn ich kein Vertrauen in die Person habe, dann kann sie fachlich noch so gut sein, ich würde nicht mit ihr zusammenarbeiten wollen, zumindest solange ich eine Wahl habe.

Bevor Sie sich mit jemanden an den Tisch setzen ist es absolut notwendig, dass Sie sich im Klaren darüber sind, was Sie von dieser Person/Firma wollen. Dies erfordert, dass Sie sich mit dem jeweiligen Thema entsprechend auseinandersetzen müssen. Definieren Sie für sich „rote Linien“ und spüren Sie diese im Laufe des Gesprächs ab. Solange Sie keine Klarheit darüber haben, werden Ihnen unter Umständen Dinge angeboten, welche Sie unter Umständen nicht benötigen und daher Zeit, Geld und Nerven kosten.

Was macht Sie zum Experten in Ihrem Gebiet?

  • Was und wo haben Sie gelernt?
  • Wo haben Sie gearbeitet?
  • Wie lange haben Sie dort gearbeitet?
  • In welchen Gebieten haben Sie gearbeitet?
  • Warum haben Sie gewechselt?

Mit diesen Fragen bekommen Sie einen Eindruck über die Expertise des Beraters bzw. der Beraterin. Zu viele Wechsel, vor allem in kurzer Zeit, sind ein erstes Alarmzeichen. Nutzen Sie Ihre Kenntnisse aus den unzähligen Vorstellungsgesprächen, die Sie im Laufe der Jahre geführt haben. Welche Fragen halfen Ihnen in der Vergangenheit gute Mitarbeiter zu finden? Übertragen Sie diese auf die aktuelle Situation.

Warum wurden Sie Berater?

Finden Sie heraus, ob die Werte des Beraters/der Beraterin mit den eigenen übereinstimmt.

  • Worauf legt Ihr Gegenüber wert? Was motiviert ihn/sie?
  • Spricht er/sie mit Begeisterung über das Thema?
  • Sucht er/sie nach Ausreden oder haben Sie den Eindruck, dass alles stimmig ist?

Auch hier sollten Sie auf Ihre Erfahrungen aus den Vorstellungsgesprächen zurückgreifen.

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit ähnlichen Firmen gemacht bzw. Situationen gehabt?

Diese Frage baut auf der ersten Frage auf und konkretisiert sie. Nur wenn sich der Berater/die Beraterin auf ähnliche Fälle spezialisiert hat, kann er/sie Ihnen eine Hilfe sein. Leider bieten viel zu viele Firmen alles an. Dies mag für große Beratungsfirmen eventuell machbar sein, aber je spezialisierte eine Firma ist, umso eher erhalten Sie das, was Sie möchten.

Wer war Ihr größter Erfolg?

Mögliche Antworten könnten hier sein

  • Das können wir leider aufgrund von Vertraulichkeiten nicht sagen. Bei einer solchen oder ähnlichen Antwort würden bei mir die Alarmglocken angehen. Denn, wer erfolgreich war und ist, hat in der Regel nichts zu verbergen. Es ist richtig, dass nicht alle Firmen gerne als Referenz zur Verfügung stehen wollen, aber wenn es keines gibtm ist das doch eher ungewöhnlich.
  • Als wir für … gearbeitet hatten …

Hier bietet sich die nächste Frage an: Kann ich ihn anrufen?

Mögliche Antworten könnten hier sein

  • Das ist leider nicht möglich, da der Kunde dies nicht wünscht. Auch hier wieder ein Alarmzeichen, denn warum tritt der Kunde dann als Referenz auf? Haken Sie nach.
  • Sehr gerne. Hier ist die Telefonnummer …

Es geht hierbei nicht zwingend darum, dass Sie anschließend dort anrufen (auch wenn Sie das sollten) sondern, es geht darum, wie der Berater/die Beraterin mit dieser Frage umgeht.

Holen Sie immer Referenzen und damit eine zweite Meinung ein. Eine gute Beratung spricht sich rum, eine schlechte auch.

Was war ein Projekt, welches fehlschlug?

Mit dieser Frage wollen Sie herausfinden, ob der Berater/die Beraterin alles auf andere schiebt oder Verantwortung übernimmt. Sicherlich gibt es Unternehmen, in welchen die Beratung nicht fruchtet, weil deren Chef oder dessen Chefin es besser weiß oder sich nicht entscheiden kann oder oder. Aber auch der Umgang mit diesen Situationen gibt Auskunft über Qualität des Beraters/der Beraterin. Sie wollen letztlich herausfinden, was der Berater oder die Beraterin daraus gelernt hat.

Gehen Sie ruhig einen Schritt weiter und fragen Sie: Kann ich diese Firma anrufen?

Stimmt das, was Ihnen gesagt wurde mit den Aussagen der Firma überein?

Wie messen Sie Erfolg?

Hier wollen Sie herausfinden, was die Standards sind, nach denen die Beraterfirma den Erfolg eines Projekts misst. Fragen Sie nach. Denn, nur wenn Sie die Standards verstanden und nachvollzogen haben, verhindern Sie Missverständnisse und etwaige Überraschungen. 

Machen Sie deutlich, dass Sie im Falle eines Erfolges, aber auch im Falle eines Misserfolges Ihr Wohlwollen und Ihr Missfallen zum Ausdruck bringen werden.

  • Wie sieht der Zeitrahmen für das Projekt aus?
  • Wie viele Phasen gibt es?
  • Was passiert in welcher Phase?
  • Wer ist für welchen Schritt in welcher Phase verantwortlich?
  • Wer berichtet an wen?
  • Wie oft werden wir über den Status informiert?
  • Täglich, wöchentlich, 2-wöchentlich oder nur 1x monatlich?
  • Welche Informationen erhalten wir in den Updates?
  • Welche Maßnahmen ergreifen Sie, wenn etwas nicht wie geplant läuft?
  • Wie schnell ist ihre Reaktionszeit?

Wie stellen Sie sicher, dass alle Teammitglieder während der gesamten Zeit mit an Bord sind?

Mit dieser Frage machen Sie deutlich, dass ein ständiger Wechsel im Team sich negativ auf den Zeitrahmen, Kosten und Stimmung auswirkt.

Kann ich alle Teammitglieder, welche in diesem Projekt involviert sind, treffen?

Wenn Sie sich mit dem gesamten Team treffen, fragen Sie jedes Teammitglied, nach dessen Erfahrungen und wie lange sie schon in der Firma angestellt sind.

Sollte jemand in (evtl.) verantwortlicher Position nur kurze Zeit im Team sein, so bedeutet dies ein Alarmzeichen. Denn wer noch nicht all zulange im Team ist, kennt weder die Abläufe noch die Gepflogenheiten. Sie benötigen jedoch Professionalität.

Mir ist bewusst, dass neue Teammitglieder eingearbeitet werden müssen. Die Frage stellt sich nur, ob es bei Ihrem Fall der Fall sein muss. Sie entscheiden!

Wie sieht Ihre Kostenstruktur aus?

Auch hier sollten Ihnen alle Punkte klar sein. Insbesondere, wie sich welcher Kostenpunkt berechnet und wann welche Kosten fällig werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Artikel bei der Auswahl eines geeigneten Beraters bzw. einer geeigneten Beraterin behilflich sein. Wenn dem der Fall sein sollte, würde ich mich freuen, wenn Sie mir einen Like für diesen Artikel gegeben würden.

Schreiben Sie mir unten in die Kommentare, welche Erfahrungen Sie bisher mit Beratern und Beraterinnen jeden Fachbereichs gemacht haben. Sie helfen damit anderen Fehler zu vermeiden und erfahren gleichzeitig, wie Sie selbst Fehler vermeiden können.

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